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Internationales Trachten- und Volkskunstmuseum Seebach

Trachten- und Volkskunstmuseum

Trachten- und Volkskunstmuseum

Trachten- und Volkskunstmuseum


Aus aller Herren Länder stammen die Ausstellungsstücke des Museums, die das Ehepaar Franzl in dreißigjähriger Sammelleidenschaft zusammengetragen hat. Das 1989 gegründete Museum hat 14 Abteilungen auf 200 Quadratmetern. Viele Ausstellungsstücke sind schon heute einmalig und unersetzlich. Das "Nord-Süd-Gefälle" zeigt sich in der Trachtenabteilung des Museums: Im mehr protestantischen Norden sind die Farben der Trachten eher bedeckt, während sie im mehr katholischen Süden meist von buntfarbiger Fröhlichkeit sind. Vor Unheil und Krankheit schützen sollten Einzelstücke des "Lamm Gottes" (Agnus Dei). So wurde eine kleine ovale Reliefplatte genannt, die bei den Votivgaben zu sehen ist. Es war seinerzeit in Rom üblich, die vom Papst gesegneten Osterkerzen in kleine Wachsblättchen umzuschmelzen und den Pilgern auszuhändigen. Diese zerbrachen die Plakette und verteilten die Einzelstücke zuhause an die engsten Familienangehörigen, die dadurch vor Unbilden jeglicher Art geschützt sein sollten. War dieser Schutz mal nicht wirksam und ein Familienangehöriger erkrankte, so wurde einfach "die Dosis erhöht" und ein Splitterchen dem Essen beigemischt...

In französischen Frauengefängnissen gefertigt wurden die Postkarten mit Echthaar aus den Jahren 1870 - 1900. In der schaurig-schönen Sammlung von Haarflechtarbeiten sieht man Uhrketten, Hals- und Armbänder, Medaillons und Broschen aus dem Haar von lebenden Menschen (das Haar von Toten wurde nie verarbeitet). Besonders sehenswert ist dabei ein Haar-Blumenbild aus der Biedermeierzeit, Meisterstück eines Haarflechters.

 Sogar die Unterwäsche stimmt bei den vollständig bekleideten Trachtenpuppen, die im Museum zu sehen sind. Natürlich sind auch die dazugehörigen Accesoires ausgestellt: Trachtenschmuck, Trachtenhüte, Holzschuhe und Haferlschuhe, Brautkronen und Hochzeitskronen...
Glanzstück der Trachtenabteilung ist der prachtvolle Andreas Hofer Hut. Andreas Hofer war ein berühmter Tiroler Freiheitskämpfer. Er konnte in Kriegen über die Bayern und die Franzosen Siege erringen. Sein Ende war bitter: er wurde an die Franzosen verraten und hingerichtet.

Und was gibt es sonst noch im Museum zu sehen?
Lichtlein, Wachsstöckl, Taufbriefe, Glasstürze, religiöse Volkskunst, Haussegen, "Luxuspapier" und so allerhand aus Oma´s Zeiten. Weiterhin eine Andachtsbildchensammlung - in ihrem Wert weltweit einzigartig - und eine Zusammenstellung bäuerlichen Gerätes, drei der Ausstellungsstücke gibts nur noch im Seebacher Museum zu sehen. Außerdem findet der Besucher eine Ostereiersammlung sowie eine Puppenstube . . .

Öffnungszeiten: März bis Oktober: Dienstag, Mittwoch von 14.00 - 17.00 Uhr. Für Gruppen auch Sondertermine ganzjährig nach Vereinbarung unter Tel: 07842/3188, Frau Franzl.